4 Strategien für Vermögensaufbau mit Immobilien

24.03.2021
Lesezeit ca. 19 min
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Dieser Artikel stellt weder eine Rechts- noch eine Finanzberatung dar.
4 Strategien zum Vermögensaufbau mit Immobilien: hier finden Sie die klassische Buy & Hold Strategie mit positivem oder negativem Cashflow, die 1/3/10 Strategie und Fix & Flip. Inklusive Fragen, die Sie sich stellen können, um herauszufinden ob die Strategie zu Ihnen passt. Zur Inspiration haben wir unter jeder Strategie zusätzlich noch eine kleine Liste mit Bloggern zuammengetragen, die die jeweilige Stratgie erfolgreich umsetzen.

Welche Strategie ist die Richtige, um mit Immobilien Vermögen aufzubauen?

Es gibt nicht eine einzig wahre Strategie, um Immobilien zum Vermögensaufbau zu nutzen. Jeder Investor und jedes Investment ist anders und daher muss die ausgewählte Strategie und die gewählte Immobilie zu den eigenen Bedürfnissen passen. Am Anfang einer jeden Immobilien Investor Karriere steht somit die Frage, was die eigenen Bedürfnisse eigentlich sind und welche Möglichkeiten es gibt, diese zu befriedigen. Im Folgenden stellen wir typische Strategien vor und haben Fragen zusammengetragen, die Sie sich als Investor stellen können, um herauszufinden, ob die Strategie zu Ihnen passt. Sie können die Strategien natürlich auch kombinieren. Zusätzlich als Inspiration finden Sie noch eine kleine Liste mit Bloggern, die die jeweilige Strategie erfolgreich umsetzen und darüber berichten.

1. Strategie: Buy & Hold mit positivem Cashflow

Buy and Hold mit positivem Cashflow dürfte der Strategieklassiker sein, deshalb fangen wir damit an. In diesem Fall kauft der Investor eine am besten bereits vermietete Renditeimmobilie mit positivem Cashflow, die sich in einem gut vermietbaren Zustand befindet. Die Reparaturen und Investitionen der nächsten Jahre sollten sich in Grenzen halten, denn der Buy and Hold Investor möchte möglichst wenig Aufwand mit der Renditeimmobilie. Bei dieser Strategie kann der Investor passives Einkommen mit Immobilien aufbauen.

Vermietet oder Unvermietet?

Der Vorteil einer bereits vermieteten Immobilie besteht darin, dass man den Cashflow mit realen Zahlen ausrechnen kann und nicht die Arbeit einer Neuvermietung hat. Bei der Cashflow Berechnung sollten die Ausgaben (Zinsen und Tilgung) für den Kredit unbedingt berücksichtigt werden, denn wenn man das vergisst, kann sich die Immobilieninvestition unter Umständen negativ auf den Vermögensaufbau auswirken, falls die Kreditausgaben den Cashflow negativ werden lassen. Ein negativer Cashflow bedeutet, dass man Geld ausgeben muss, um die Renditeimmobilie zu halten.

Unvermietet geht natürlich auch, aber in so einem Fall sollte man die ortsübliche Miete gut kennen und analysieren, ob man die Immobilie gut vermietet bekommt. Hat man beispielsweise eine kleine bis mittlere Eigentumswohnung in einer Großstadt im Visier, dürfte die Vermietbarkeit gut gegeben sein, man hat kein großes Leerstandsrisiko und kann sich den besten Mieter aus einer großen Auswahl aussuchen. Eine große Wohnung oder sogar ein Haus auf dem Land zu vermieten ist da eine deutlich größere Herausforderung. Diese bringt oft ein paar Monate Leerstand mit sich und die Mieterauswahl ist ebenfalls gering, sodass man am Ende oft einfach nur froh ist, dass sich überhaupt jemand gefunden hat.

Wie steigert der Buy & Hold Investor seine Rendite?

Die Rendite der Immobilie (ROI, Return on Investment) kann gesteigert werden, indem die Kaltmiete (das ist der Mietanteil, der zur Überlassung der Wohnung gezahlt wird und ist ohne Nebenkosten) an das Marktumfeld angepasst wird. Das geht natürlich nur im Rahmen des lokalen Mietspiegels und unter Einhaltung der Kappungsgrenzen. In Hamburg beträgt die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen zum Beispiel 15 % in drei Jahren[1]. Es bietet sich daher an, schon beim Kauf der Renditeimmobilie darauf zu achten, wie hoch die Miete im Vergleich zum lokalen Mietenspiegel dasteht. Eine extrem niedrige Miete kann für den Vermieter von Nachteil sein, da bei einem Eigentümerwechsel kein Recht auf eine Neuverhandlung des Mietvertrags besteht[2] und aufgrund der Kappungsgrenzen kann es unter Umständen ziemlich lange dauern, bis man die Miete auf das ortsübliche Niveau angehoben hat. Extrem niedrige Mieten findet man übrigens oft in jahrzehntealten Mietverträgen, in denen keine Staffel- oder Indexmiete vereinbart wurde.

Falls der Mietvertrag eine gute ortsübliche Miete aufweist und sogar eine Vereinbarung für eine Staffel- oder Indexmiete vorhanden ist, ist das positiv für den Buy and Hold Investor. Denn das bedeutet, dass die Mieteinnahmen gleich auf einem angemessenen Niveau starten können und aufgrund der vereinbarten Mieterhöhungen im Laufe der nächsten Jahre größer werden. Wenn die Ausgabenseite der Renditeimmobilie niedrig bleibt, wird sich somit auch der positive Cashflow im Laufe der nächsten Jahre steigern.

Eine andere Möglichkeit, um die Rendite zu steigern besteht darin, Reparaturen selbst zu übernehmen. Für Buy and Hold Investoren, die handwerklich geschickt sind und Spaß daran haben, ist das eine gute Möglichkeit, um die Ausgaben für die Immobilie niedrig zu halten. Damit kann der Vermieter eine bessere Rendite erlangen, da keine kostenintensiven Handwerker für notwendige Reparaturen bemüht werden müssen. Wenn die Immobilie in einem guten Zustand gekauft wurde, muss der handwerklich geschickte Immobilien Investor somit nur alle paar Jahre Hand anlegen und hat immer noch vergleichsweise wenig Arbeit.

Fragen für Immobilien Investoren, die Buy & Hold mit positivem Cashflow in Erwägung ziehen

Ihre Bedürfnisse:

  • Möchten Sie möglichst wenig Aufwand mit Ihrer Renditeimmobilie?
  • Fühlen Sie sich wohl damit, eine vermietete Immobilie über viele Jahre zu halten?
  • Bekommen Sie gute Finanzierungsbedingungen von Ihrer Bank, sodass Sie nach den Kreditausgaben (Zinsen und Tilgung) einen ordentlichen positiven Cashflow erwirtschaften können?

Fragen zur Immobilie, die Sie für Buy and Hold in Erwägung ziehen:

  • Befindet sich die Renditeimmobilie in einem brauchbaren Zustand, sodass wenig Reparaturen in den nächsten Jahren anstehen?
  • Ist die Immobilie gut vermietet oder lässt sie sich gut vermieten?
  • Gibt es in der Nähe der Immobilie Planungen für Einrichtungen, die die ortsübliche Miete sinken lassen würden (Lärmbelästigung, Schadstoffbelastung durch fertigende Industrie)? Das wäre ungünstig für Ihre Rendite.
  • Ist die Lage der Immobilie vielleicht sogar in einem aufstrebendem Stadtteil, bei dem in den nächsten Jahren höhere ortsübliche Mieten zu erwarten sind (damit erhöhen Sie Ihre Rendite)?

Blogger, die Buy & Hold mit positivem Cashflow erfolgreich umsetzen

  • Vincent von freaky finance erzählt auf seinem Blog, wie er bereits in jungen Jahren kurz nach dem Zivildienst seine erste Wohnung als Kapitalanlage kaufte. Heute sind es insgesamt 9 Wohnungen, deren Mieteinnahmen er in die unterschiedlichsten Anlageklassen investiert, um mit dem Zinseszins Effekt sein Vermögen weiter zu vermehren - oder um interessante Geldanlage Experimente durchzuführen, an denen er seine Leser teilhaben lässt.
  • Nico von Finanzglück berichtet auf seinem Blog über seine zwei 55qm Altbau Wohnungen im Prenzlauer Berg, die er bereits 2011 gekauft hat. Er freut sich über ein sattes passives Einkommen und die gute Wertentwicklung, die seitdem stattgefunden hat.
  • Timo von Immobeginner berichtet auf seinem Blog, dass er gerade dabei ist, sich sein Immobilienportfolio aufzubauen. Er besitzt nach eigenen Angaben bereits zwei Wohnungen im Schwarzwald mit einer Größe von 86qm und 69qm, die ihm einen schönen positiven Cashflow bescheren.

2. Strategie: Buy & Hold mit negativem Cashflow

Buy and Hold bedeutet auch hier wieder, dass der Investor möglichst wenig Arbeit haben möchte und die Immobilie für lange Zeit halten möchte. Der Unterschied zur 1. Strategie besteht im negativen Cashflow: hier wählt der Investor ein Volltilgerdarlehen mit einer so hohen Tilgungsrate, dass der Kredit nach möglichst kurzer Zeit abbezahlt ist. Die hohe Tilgungsrate sorgt dafür, dass die Mieteinnahmen kleiner sind als der Gesamtaufwand. Somit macht der Investor während der Tilgungsphase Verluste mit seiner Immobilie, die er oder sie steuerlich geltend machen kann. Das hat mehrere Vorteile: die Darlehenskonditionen für Volltilger sind oft besser und die Verluste aus Vermietung und Verpachtung können mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden, da hier sowohl ein vertikaler als auch ein horizontaler Verlustausgleich legitim ist[3]. Nachdem der Kredit abbezahlt ist, kann sich der Immobilieninvestor zudem über eine sehr gute Rendite freuen, wenn er vorher seine Immobilienkalkulationen sorgfältig ausgeführt hat.

Negativer Cashflow durch die Tilgungsrate

Bei dieser Strategie ist es wichtig sich klarzumachen, dass der negative Cashflow bewusst durch die Tilgungsrate erzeugt wird. Die Renditeimmobilie sollte jedoch einen positiven Cashflow aufweisen, wenn man die Ausgaben für die Finanzierung (Tilgung und Zinsen) nicht mit einbezieht. Falls dies nicht der Fall sein sollte, handelt es sich um eine Investition, die Geld kostet: wenn die Ausgaben der Immobilie größer sind als die Einnahmen, müsste man auch nach der Tilgung des Darlehens Geld in die Immobilie investieren. Falls man einen Mieter hat, wird er mit diesem Modell subventioniert. Manchmal findet man das vor, wenn Vermieter und Mieter verwandt sind oder die Nettomietrendite nicht sorgfältig berechnet wurde. Allerdings kann es sein, dass das Finanzamt dem Vermieter dann die Einkunftserzielungsabsicht abspricht und die steuerlichen Vorteile verpuffen lässt.

Negativer Cashflow aufgrund der Immobiliennebenkosten

In manchen Städten kommt es vor, dass Wohnungen aus den verschiedensten Gründen nicht vermietet werden. Da der Vermieter in so einem Fall keine Einnahmen hat, ist der Cashflow zwangsweise negativ. Hier wird entweder einfach nur Geld geparkt, auf eine enorme Wertsteigerung der Immobilie spekuliert und die Verluste aus diesen Immobiliengeschäften sorgen für Steuerersparnisse. Diese Vorgehensweise weist aus verschiedenen Gründen ziemlich unattraktive Begleiterscheinungen auf: man macht finanzielle Verluste, die Immobilie verrottet, wenn sie nicht genutzt wird und je nach Bundesland drohen hohe Strafen wegen des Leerstands. In Hamburg beispielsweise sorgt das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz dafür, dass ein Leerstand nach mehr als 4 Monaten unter das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum fällt[4]. Hier können hohe Strafen fällig werden und sogar eine zeitweise Enteignung mit dem Zweck der Zwangsvermietung durch die Behörden durchgeführt werden.

Fragen für Immobilien Investoren, die Buy & Hold mit negativem Cashflow in Erwägung ziehen

Ihre Bedürfnisse:

  • Möchten Sie möglichst wenig Aufwand mit Ihrer Renditeimmobilie?
  • Fühlen Sie sich wohl damit, eine vermietete Immobilie über viele Jahre zu halten?
  • Bekommen Sie gute Finanzierungsbedingungen von Ihrer Bank, sodass Sie die Renditeimmobilie innerhalb kurzer Zeit (z.B. 10 Jahre) voll abbezahlen können?
  • Haben Sie genügend finanziellen Puffer, damit Sie die Kreditraten auch dann bedienen können, falls Sie arbeitslos oder berufsunfähig werden?

Fragen zur Immobilie, die Sie für Buy and Hold mit negativem Cashflow in Erwägung ziehen können:

  • Ist der Cashflow ohne Berücksichtigung der Finanzierungsraten positiv?
  • Befindet sich die Renditeimmobilie in einem brauchbaren Zustand, sodass wenig Reparaturen in den nächsten Jahren anstehen?
  • Ist die Immobilie gut vermietet oder lässt sie sich gut vermieten?
  • Gibt es in der Nähe der Immobilie Planungen für Einrichtungen, die die ortsübliche Miete sinken lassen würden (Lärmbelästigung, Schadstoffbelastung durch fertigende Industrie)? Das wäre ungünstig für Ihre Rendite.
  • Ist die Lage der Immobilie vielleicht sogar in einem aufstrebendem Stadtteil, bei dem in den nächsten Jahren höhere ortsübliche Mieten zu erwarten sind (damit erhöhen Sie Ihre Rendite)?

Blogger, die Buy & Hold mit negativem oder neutralem Cashflow umsetzen

  • Björn vom ImmobilienKoala berichtet auf seinem Blog, dass er bei seinem ersten Immobilieninvestment eine Menge gelernt hat - insbesondere, dass sich ein Blick in die Teilungserklärung lohnt. Aufgrund des hohen Lernpotentials ist sein erster Immobilienkauf zu einer Buy and Hold mit einem Cashflow von plus minus Null Investition geworden.

3. Strategie: Die 1/3/10 Strategie

Bei dieser Strategie werden die Steuergesetze optimal ausgenutzt, um die Rendite der Anlageimmobilie zu steigern und eine gute Wertsteigerung zu erreichen. Diese Strategie ist für Immobilien Investoren, die bereit sind, die Investition sehr strategisch und planvoll zu betreiben. Sie braucht mehr Zeitaufwand als die klassische Buy and Hold, hält aber auch höhere Belohnungen bereit. Nach Blogger Chris von vermietedichreich.de[5] funktioniert das Ganze so:

  • Renditeimmobilie mit positivem Cashflow kaufen,
  • im 1. bis 3. Jahr nur absolut notwendige Reparaturen durchführen unter Berücksichtigung von § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG[6],
  • ab dem 3. Jahr so viel renovieren und sanieren wie das Herz begehrt, um die Immobilie aufzuwerten,
  • nach 10 Jahren entweder steuerfrei verkaufen oder im Bestand halten und sich über den positiven Cashflow freuen.

1. bis 3. Jahr: nur notwendige Reparaturen

In den ersten drei Jahren werden nur Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen ergriffen, die absolut notwendig sind oder mit wenig Aufwand einen großen Effekt erzielen. Wichtig hierbei ist, dass maximal 15% des Kaufpreises ohne Umsatzsteuer (nur der Gebäudewert)[6] als Werbungskosten im Jahr der Ausgaben vollständig steuerlich geltend gemacht werden können. Übersteigen die Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen diese Grenze, stuft der Gesetzgeber die Kosten als anschaffungsnahe Herstellungskosten gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG[6] ein. Man rechnet sich somit erst diese Grenze von 15% des Kaufpreises aus, bevor man Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den ersten drei Jahren an der Immobilie vornimmt. Liegt der Wert unter dieser Grenze, kann man instandsetzen bzw. modernisieren und die Ausgaben zu 100% abschreiben. Liegt der Wert darüber, wird diese Investition über die üblichen 40 (Baujahr vor 1925), bzw. 50 Jahre (nach 1925) gemäß § 7 Abs. 4 EStG abgeschrieben[7]. Ausgenommen von dieser 15% Regelung sind Aufwendungen für Erhaltungsarbeiten, die jährlich üblicherweise anfallen.

Ab wann genau zählen nun diese drei Jahre? Der Anschaffungszeitpunkt ist der wirtschaftliche Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahren - häufig ist das der Tag der Grundbucheintragung. Wird jedoch vereinbart, dass Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahren an einem bestimmten Tag übergehen, dann ist das der Anschaffungstag gemäß BFH Urteil vom 07.11.1991 - IV R 43/90[8].

Die Reparaturkosten in Form von Werbungskosten steuerlich geltend zu machen ist attraktiver als über einen langen Zeitraum abzuschreiben, da man das ausgegebene Kapital schneller wieder zur Verfügung hat und für andere Investitionen (wie z.B. Crowdinvestments) nutzen kann.

Ab dem 3. Jahr: jetzt wird renoviert!

Nachdem die ersten drei Jahre verstrichen sind, kann nun nach Herzenslust renoviert und saniert werden, um die Renditeimmobilie aufzuwerten (durchrechnen muss man es natürlich trotzdem). Die Kosten für diese Arbeiten können im Folgejahr steuerlich geltend gemacht werden und das Geld steht schnell wieder zur Verfügung. Man bekommt damit sozusagen knapp die Hälfte der Reparatur- und Sanierungskosten in Form einer Steuererstattung wieder zurück. Die Renovierungs- und Sanierungskosten werden somit zur Hälfte vom Staat subventioniert.

Aufgrund der Aufwertung der Anlageimmobilie können höhere Mieten verlangt werden und die Immobilie ist attraktiver bei einer Neuvermietung. Wenn man vor dem Kauf bereits weiß, dass der Mieter nicht ewig in der Wohnung bleiben möchte, sondern vielleicht 3 Jahre nach dem Kauf auszieht, ist das für diese Strategie besonders vorteilhaft.

Zusätzlich kann man die Renditeimmobilie nach den wertsteigernden Maßnahmen von der Bank höher bewerten lassen und somit steht ein höherer Wert zur Verfügung, der für einen anderen Immobilienkredit beliehen werden kann.

Ab dem 10. Jahr: steuerfrei verkaufen

Nach 10 Jahren kann man als Privatinvestor eine Immobilie steuerfrei verkaufen gemäß § 23 EStG[9]. Der Wert der Immobilie sollte sich durch die vorangegangen Maßnahmen ordentlich erhöht haben, der Kredit aufgrund der Mietzahlungen gut getilgt worden sein und wenn alles glatt gelaufen ist sollte das Anlageobjekt einen guten positiven Cashflow generiert haben. Entweder man verkauft nun mit einem schönen steuerfreien Gewinn oder man betreibt die Immobilie weiter in Form der Buy and Hold Strategie mit positivem Cashflow und wenig Arbeit.

Fragen für Immobilien Investoren, die 1/3/10 in Erwägung ziehen

Ihre Bedürfnisse:

  • Haben Sie genug Zeit, um die 1/3/10 Strategie korrekt umzusetzen?
  • Haben Sie Spaß daran und die finanziellen Mittel, um das Objekt aufzuwerten?
  • Sind Sie fit genug im Steuerrecht oder haben Sie einen guten Steuerberater, damit das Absetzen der Werbungskosten klappt?

Fragen zur Immobilie, die Sie in Erwägung ziehen:

  • Hat das Objekt Potential, um in den nächsten 10 Jahren eine gute Aufwertung zu erfahren?
  • Können diese Aufwertung mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln gemacht werden und haben einen großen Effekt?
  • Möchte vielleicht der Mieter in den nächsten Jahren ausziehen (eine Neuvermietung bedeutet eine einfache Möglichkeit, die Miete zu erhöhen)?
  • Steht die Immobilie vielleicht sogar in einem aufstrebenden Stadtteil, sodass nach 10 Jahren nicht nur die Wertsteigerung durch Ihre Verbesserungen, sondern zusätzlich noch durch die Stadtteilaufwertung vorhanden ist (mehr Gewinn bei Verkauf)?

Blogger, die die 1/3/10 Strategie erfolgreich umsetzen

  • Eduard von der Renditebibel berichtet auf seinem Blog über mehrere Immobilien in seinem Besitz, die er so niedrig wie möglich tilgt, damit er den positiven Cashflow in einen ETF-Sparplan investieren kann. Er bevorzugt renovierungs- oder sogar sanierungsbedürftige Objekte, die er wieder instandsetzt, um eine hohe Wertsteigerung und bessere Vermietbarkeit zu erzielen. Aufgrund des Zustandes muss er zwar manchmal in den ersten drei Jahren hohe Investitionen tätigen, die er dann abschreibt, aber er versucht in der Regel, die 1/3/10 Strategie umzusetzen. Für ihn stellen Steuervorteile einen Bonus dar, den er gerne mitnimmt, solange sich die Immobilie insgesamt rechnet.

4. Strategie: Fix & Flip

Die Fix and Flip Methode ist recht arbeitsintensiv, da hier renovierungs- oder sogar sanierungsbedürftige Immobilienobjekte aufgekauft werden. Diese werden dann saniert (fix) und anschließend mit einem Gewinn nach Abzug der Renovierungskosten wieder verkauft (flip). Diese Strategie ist für Privatinvestoren nur mäßig gut geeignet, da man als gewerblicher Immobilienhändler vom Finanzamt eingestuft wird, wenn man mehr als 3 Objekte innerhalb von 5 Jahren verkauft. In so einem Fall kann es passieren, dass man sämtliche Steuervorteile wie z.B. die Abschreibung des Gebäudewertes wieder zurückzahlen muss und der Genuss des steuerfreien Gewinns nach 10 Jahren geht ebenfalls verloren, da von nun an jeder Verkauf voll versteuert werden muss.

Falls man die Fix and Flip Methode ernsthaft betreiben möchte, bietet sich daher die Anmeldung eines Gewerbes, bzw. die Gründung eines Unternehmens an. Eine Kapitalgesellschaft wie eine UG oder eine GmbH dürften hier gut geeignet sein, um die persönliche Haftung der Gesellschafter möglichst zu minimieren.

Fragen für Immobilien Investoren, die Fix & Flip in Erwägung ziehen

Ihre Bedürfnisse:

  • Sie haben Lust und Zeit sich mit gewerblichem Immobilienhandel auseinanderzusetzen?
  • Sie haben gute Kontakte zu Handwerkern, um die Immobilien herzurichten oder sind selbst handwerklich geschickt?
  • Sie möchten ein Unternehmen betreiben, um die Fix and Flip Methode umzusetzen?
  • Sie kennen sich gut aus mit Renovierungskosten, der Nachfrage nach bestimmten Immobilienarten sowie den Wünschen potentieller Käufer?

Fragen zur Immobilie, die Sie in Erwägung ziehen:

  • Hat das Objekt Potential?
  • Ist die Lage gut, aber der Zustand der Immobilie verbesserbar?
  • Können die Verbesserungen/Reparaturen mit wenigen finanziellen Mitteln gemacht werden und erzielen gleichzeitig einen großen Effekt?
  • Ist der Kaufpreis pro Quadratmeter sehr niedrig für die gute Lage?

Blogger, die Fix & Flip erfolgreich umsetzen

  • Adrian von FireLifestyle hat die Ärmel hochgekrempelt und berichtet auf seinem Blog von seinem ersten abgeschlossenen Fix and Flip Projekt im September 2020. Er hat aus einer äußerst unansehnlichen Bruchbude eine wirklich schöne Wohnung zum größten Teil in Eigenleistung gezaubert, die ihm eine Marge von über 40 % beschert hat.

Wie kann Ihnen Investby.Immo behilflich sein?

  • Bei uns finden Sie Investor Tools, wie z.B. unseren kostenlosen Nettomietrendite Rechner, die Ihnen bei Ihren Immobilienkalkulationen helfen können.
  • Nutzen Sie gerne unsere Suche, bei der Sie Renditeimmobilien und/oder Crowdinvestments anhand der Nettomietrendite und des Cashflows vergleichen und suchen können. Unsere Datenbank befindet sich gerade im Aufbau und deshalb finden Sie im Moment eher Immobilien Crowdinvestments, allerdings werden wir das Angebot an Renditeimmobilien weiter ausbauen.
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Quellen

  1. [Kappungsgrenze Hamburg] Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Verlängerung der Kappungsgrenze beschlossen, Stadt Hamburg, 2018
  2. [Mieterbund Mieterrechte bei Eigentümerwechsel] DMB Deutscher Mieterbund, Mieterrechte bei Hausverkauf und Eigentümerwechsel, DMB Deutscher Mieterbund, 2020
  3. [Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Ratzke Hill: Negative Einkünfte] Ratzke, Hill, Negative Einkünfte, Ratzke Hill, 2020
  4. [Wohnraumschutzgesetz Hamburg] Hamburg, Hamburgisches Wohnraumschutzgesetz - HmbWoSchG, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, 1982
  5. [So wirst Du reich mit Immobilien: Die 3 Strategien] Chris, So wirst Du reich mit Immobilien: Die 3 Strategien, vermietedichreich.de, 2016
  6. [§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG] EStG, Einkommensteuergesetz (EStG), § 6 Bewertung, Einkommensteuergesetz, 2020
  7. [§ 7 Abs. 4 EStG] EStG, § 7 Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung, Einkommensteuergesetz, 2020
  8. [BFH, 07.11.1991 - IV R 43/90] BFH, BFH, 07.11.1991 - IV R 43/90, Rechtsprechung, 1991
  9. [§ 23 EStG] EStG, § 23 Private Veräußerungsgeschäfte, Einkommensteuergesetz (EStG), 2020
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